4,66 Millionen für Luxus-Kaffee und leere Überwachungsräume: Duisburg' Polizeilabor entgleist
Philipp Zimmermann4,66 Millionen für Luxus-Kaffee und leere Überwachungsräume: Duisburg' Polizeilabor entgleist
Hochtechnologie-Polizei-Innovationslabor in Duisburg gerät wegen explodierender Kosten und skurriler Ausstattung in die Kritik
Ursprünglich mit 250.000 Euro veranschlagt, stieg die Endabrechnung für das Projekt auf 4,66 Millionen Euro an. Besucher finden darin nun eine Luxus-Kaffeemaschine mit 100 Einstellungen und einen umgebauten Konferenzraum, der eher an eine Lounge erinnert.
Das einst als zentraler Bestandteil geplante Überwachungszentrum steht inzwischen leer. Ein defekter Fernseher ist alles, was übrig blieb, während der Roboterhund Spot – konstruiert, um sensible Daten in winzige Pellets zu verwandeln – verschwunden ist. Trotz der hochmodernen Ausstattung wirkt die Kontrolle lasch.
Kriminalhauptkommissar Klaus Brandner leitet die Einrichtung und serviert Gästen persönlich Kaffee in Barista-Qualität. Die opulente Ausstattung des Labors umfasst samtige Sessel, Billardtische und sogar Taxifahrten zum Landesrechnungshof Nordrhein-Westfalen – alles finanziert aus Mitteln der Behörde.
Die Kritik an der mangelnden Finanzplanung wächst. Das Landesamt für Polizeiliche Dienste (LZPD) gab zu, dass vor Baubeginn keine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt wurde. Dennoch plant Brandner, das Projekt bei Erfolg auf Polizeistationen in ganz Nordrhein-Westfalen auszuweiten.
Das Innovationslabor bleibt ein teures Experiment mit gemischten Ergebnissen. Während hochwertige Annehmlichkeiten und unkontrollierte Ausgaben auffallen, liegen die Überwachungstools brach. Die Behörden müssen nun entscheiden, ob sie das Projekt ausbauen oder seine Prioritäten grundlegend überdenken.






