05 June 2026, 17:37

40 Jahre Junge Freiheit: Von Brandanschlägen bis zum Verfassungsschutz – Steins kämpferisches Erbe

Unangenehme Fragen an Dieter Stein, Chef von JUNGEN FREIHEIT

40 Jahre Junge Freiheit: Von Brandanschlägen bis zum Verfassungsschutz – Steins kämpferisches Erbe

Dieter Stein, Gründer der Wochenzeitung Junge Freiheit (JF), hat kürzlich in einer Live-Diskussion zum 40-jährigen Jubiläum des Blattes eine Reihe drängender Themen angesprochen. Die Debatte reichte von staatlicher Überwachung über Familienwerte bis hin zur finanziellen Unabhängigkeit der Zeitung. Stein blickt dabei auch auf die Herausforderungen der vergangenen Jahrzehnte zurück – von gewalttätigen Angriffen bis hin zu politischem Druck.

1986 startete die Junge Freiheit bescheiden: Die erste Ausgabe erschien im Taschenformat, und Stein verteilte selbst 400 Exemplare – in einem Pappkarton auf dem Fahrrad mit nach Hause genommen. In den Anfangstagen erhielt niemand ein Gehalt; das Projekt lebte allein von Leidenschaft und Durchhaltevermögen.

Schon bald zog die Zeitung Kontroversen auf sich. 1995 wurde Steins Auto vor dem Redaktionsgebäude in Brand gesteckt, während er im Inneren schlief. Der Anschlag erfolgte in einer Phase zunehmender Feindseligkeit seitens linker Gruppen, die die konservative Ausrichtung des Blattes ablehnten. Trotz der Gefahren trieb Stein das Projekt voran und verlegte den Sitz der JF von Freiburg nach Berlin – lange bevor die Bundesregierung selbst in die Hauptstadt umzog.

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Im Laufe der Jahre geriet die Junge Freiheit ins Visier des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Die Beobachtung durch den Inlandsgeheimdienst hatte konkrete Folgen: Werbekunden zogen sich zurück, Politiker distanzierten sich, und selbst Leser fürchteten, allein durch den Kauf der Zeitung unter Beobachtung zu stehen. Stein wies Vorwürfe zurück, die Zeitung werde von der rechtspopulistischen AfD finanziert, und betonte, sie habe sich stets durch Verkäufe selbst getragen.

Während der Jubiläumssitzung sprach Stein auch über Privates, darunter seine Unterstützung für den möglichen Eintritt seines Sohnes in die Bundeswehr. Militärdienst deutete er als prinzipienfeste Verpflichtung zur Landesverteidigung. Die Diskussion berührte zudem innerrechtse Streitigkeiten, familiäre Loyalität und hartnäckige Gerüchte über Gehälter bei der JF – Themen, die das Blatt seit Jahrzehnten begleiten.

Das 40-jährige Bestehen der Jungen Freiheit unterstreicht sowohl ihren anhaltenden Einfluss als auch die überwundenen Hindernisse. Vom handverteilten Erstling über Brandanschläge bis zur staatlichen Observation bleibt die Zeitung eine polarisierende Kraft im deutschen Medienland. Steins Äußerungen bekräftigten die Unabhängigkeit des Blattes, während sie zugleich die Kontroversen aufgriffen, die sein Erbe bis heute prägen.

Quelle