31 May 2026, 12:15

20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Warum Transparenz in Deutschland noch immer kämpft

Kolumnist verliebt sich

20 Jahre Informationsfreiheitsgesetz: Warum Transparenz in Deutschland noch immer kämpft

Deutschlands Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wird in diesem Jahr 20 Jahre alt. Das Gesetz ermöglicht Bürgerinnen und Bürgern, Regierungsdokumente anzufordern – von internen E-Mails bis hin zu offiziellen Vermerken. Doch obwohl es für mehr Transparenz sorgt, gibt es weiterhin Herausforderungen: Behörden wehren sich oft gegen Anfragen, und es gibt Versuche, die Wirkung des Gesetzes zu schwächen.

Das IFG hat bereits bemerkenswerte Fälle verdeckter Absprachen aufgedeckt. Ein Beispiel betrifft Wolfram Weimer, dessen Behördensprecher mit dem Sprecher seines privaten Unternehmens E-Mails austauschte. Stand November erhielt Weimer weiterhin Firmen-Mails – trotz der Behauptung, sich aus dem Geschäft zurückgezogen zu haben.

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Die Aktivistengruppe FragDenStaat, die sich für das IFG einsetzt, nutzt das Gesetz, um Verschwendung und Intransparenz aufzudecken. Sie deckte auf, dass eine NGO Millionen an öffentlichen Geldern erhielt, ohne ausreichend Rechenschaft abzulegen. Doch der Zugang zu solchen Informationen ist nicht immer einfach: Behörden blockieren Anfragen häufig, sodass Bürgerinnen und Bürger teure Klagen führen müssen.

Auch politische Spannungen prägen die Zukunft des IFG. Der CDU-Politiker Philipp Amthor versuchte während der Koalitionsverhandlungen, das Gesetz abzuschaffen – die SPD verhinderte dies jedoch. Gleichzeitig wurde die Berliner Fassung des IFG verwässert: Behörden können Anfragen nun leichter mit Verweis auf Sicherheitsbedenken ablehnen.

Zwar ist die Nutzung des Gesetzes kostenlos, doch die Kosten können sich summieren. FragDenStaat wirbt um Spenden, um die Transparenzarbeit aufrechtzuerhalten. Kritiker monieren, dass das System nach wie vor diejenigen begünstigt, die Zeit und Geld haben, um um Dokumente zu kämpfen.

Das IFG bleibt ein zentrales Instrument für demokratische Kontrolle – doch seine Wirksamkeit hängt von öffentlicher Unterstützung ab. Rechtliche Hürden und politischer Widerstand stellen es weiterhin auf die Probe. Ohne solche Transparenz drohen grundlegende demokratische Prinzipien zu erodieren.

Quelle